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Skynet wird Wirklichkeit

Vom Google-Phone zum Satelliten: WLAN und Mobilität breiten sich rasend schnell aus

Von Gary Griffiths

Aus dem Film „Terminator“:
Sarah Connor: Was hat er denn jetzt gesagt?
Mexikanischer Tankwart: Dass großer Sturm werden kommen.
Sarah Connor: (seufzt) Ich weiß.

Ein Sturm an Technologie, Konnektivität und Mobilität, eine Rebellion der Maschinen …

Sicherlich wird niemandem ein Nobelpreis verliehen, weil er voraussagt, dass sich die Technologiebranche verändert. Veränderung ist unvermeidlich, und Technologie, die sich nicht verändert, stirbt einfach aus. (Oder benutzen Sie noch Ihren alten Kassettenrekorder?) Doch als ein führender Anbieter von globaler mobiler Konnektivität muss iPass Veränderungen und Makrotrends der nächsten zwölf Monate bei Mobilität und WLAN voraussehen. Das ist unabdingbar für unsere Planungen. Immerhin gehen viele Analysten der Branche davon aus, dass es heute weltweit mehr als fünf Milliarden mobile Nomaden gibt. Und seit es das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) gibt, sind intelligente Geräte den Menschen auf dem Planeten zahlenmäßig überlegen. Wir sind zweifellos auf dem Weg in eine Ära der kompletten drahtlosen Vernetzung, und es ist gut möglich, dass 2016 das Jahr ist, in dem Skynet aus Terminator allmählich Realität wird. Lesen Sie im Folgenden, welche Entwicklungen uns 2016 meiner Meinung nach erwarten.

Mobile Apps setzen ihren Siegeszug in Unternehmen fort. Das klingt selbstverständlich, aber vor gar nicht allzu langer Zeit standen Arbeitnehmer und ihre Geräte in Unternehmen noch unter einem strengen Regime. Akribisch wurde festgelegt, welche Apps erlaubt waren und welche nicht. Doch in Zeiten, in denen Bring Your Own Device (BYOD) an der Tagesordnung ist und Smartphones und Tablets sich rasant vermehren, begrüßen Firmen mobile Apps, anstatt sich weiter gegen sie zu sträuben. Zumal die mit ihnen einhergehende Produktivitätssteigerung nicht länger geleugnet werden kann. Weiterführende Informationen zum Thema enthält der Mobile Enterprise Trends Report (auf Englisch) von Kevin Spain, General Partner bei Emergence Capital.

Eine weitere offensichtliche Entwicklung: WLANs werden sich weiterhin rapide auf dem gesamten Globus ausbreiten. Obwohl niemand wirklich weiß, wie viele WLAN-Hotspots es eigentlich auf der Welt gibt – oder wo genau sie sich befinden –, sind es mit ziemlicher Sicherheit an die 100 Millionen, Tausende mehr als noch vor einem Jahr. Viele Tausende mehr. Der Grund ist einleuchtend: Millionen neuer, intelligenter Geräte mit hohem Bandbreitenbedarf müssen überall miteinander vernetzt werden. WLANs sind beinahe allgegenwärtig. Der Riesenkonzern Microsoft nutzt es für praktisch jedes seiner Produkte. Und dann gibt es da natürlich noch das viel gerühmte Project Fi von Google. Auf der diesjährigen International Consumer Electronics Show (CES) in Las Vegas wurden 2.200 WLAN-Hotspots benötigt, um den Bedarf zu decken. Noch vor zwei Jahren waren es ganze 166.

Und da wir schon mal bei Project Fi sind: Die Zahl der virtuellen Netzbetreiber wird weiter steigen. Ein virtueller Netzbetreiber (Mobile Virtual Network Operator, MVNO) wie Google bietet drahtlose Kommunikationsdienste an, obwohl er kein eigenes Netz besitzt. Stattdessen zahlt er einem Mobilfunknetzbetreiber (Mobile Network Operator, MNO) einen Pauschalpreis für die Mitnutzung seines Netzes. Seine eigenen Handelspreise bestimmt der MVNO anschließend selbst. Einer der ersten MVNOs war Virgin Wireless, dessen Erfolg schon früh belegte, dass Angebot und Preise der großen Telekommunikationsunternehmen die steigende Nachfrage nach mobilem Internetzugang nicht mehr decken können. Der Einstieg von Google hat zweifelsohne zur Glaubwürdigkeit dieses Markts beigetragen, der 2016 aller Wahrscheinlichkeit nach weiter wächst. Damit vergrößert sich auch das Feld der Anbieter, zu denen schon heute weltweit mehr als 1.200 MVNOs zählen, darunter bekannte Marken wie simyo oder Blau in Deutschland und Cricket Wireless oder Metro PCS in den USA.

2015 ging es vor allem darum, WLAN zu Geld zu machen. Viele Benutzer möchten kostenloses WLAN oder erwarten, dass die Nutzung in ihrem Mobilfunkvertrag enthalten ist. Eines hat viele Anbieter sicher überrascht: WLAN wurde zum Instrument für die Kundenbindung. Der Trend wurde indes sichtbar, als Mobilfunkbetreiber mit ansehen mussten, wie ihre Kunden zur Konkurrenz überliefen. Und in der Tat ist WLAN mittlerweile so beliebt, dass viele Verbrauchermarken es in ihre Kundenbindungsstrategie integrieren. Man denke nur an das Vorhaben von Microsoft, WLAN-Dienste in praktisch jedes 2016 erscheinende Produkt einzubinden, oder an große Kreditkartengesellschaften, die ihren Kunden WLAN-Zugang als Zusatzleistung anbieten. Mit Sicherheit wird WLAN als Bonusleistung in diesem Jahr vermehrt als Verkaufsargument für Produkte und Dienstleistungen eingesetzt werden.

Schließlich führt uns die Reise ins All. Da das verfügbare Frequenzspektrum sowohl im Mobilfunk- als auch im WLAN-Bereich immer knapper wird, stehen uns 2016 neue Technologien ins Haus, welche die Kapazitäten erhöhen und den Durst nach Bandbreite stillen sollen. Globalstar etwa macht seit einigen Monaten von seinem geplanten Terrestrial Low-Power Service (TLPS) reden. Das Unternehmen versucht nach wie vor, Behörden und Betreiber davon zu überzeugen, dass TLPS keine unkontrollierbaren Störungen im derzeit lizenzierten und unlizenzierten Spektrum hervorruft. Wahrscheinlich wird die Federal Communications Commission dem Antrag von Globalstar nach monatelanger Diskussion dieses Jahr stattgeben. Dann wird mit Kanal 14 ein brandneues, nicht gleich überfülltes WLAN-Band zur Verfügung stehen. Unterdessen können wir uns darauf einstellen, dass Globalstar und andere Anbieter sich die Kapazitäten von Kommunikationssatelliten zunutze machen werden. Auf den Bändern, die heute der Satellitentelefonie dienen, werden sie die Bandbreite durch neue Technologien und Services für die mobile Datenübertragung nutzbar machen.

Und nun, Sarah, ein letztes Mal zurück zu dir:
Sarah zu Kyle Reese: Soll das heißen, dass es aus der Zukunft ist?
Kyle: Eine mögliche Zukunft. Aus deiner Perspektive. Ich kenne mich mit Technik nicht aus.
Sarah: Also bist du auch aus der Zukunft. Stimmt‘s?
Kyle: … Stimmt.